Die Gitarre gehört zu den Streichinstrumenten, wird jedoch wegen der Spieltechnik in die Gruppe der Zupfinstrumente eingeordnet. Im Mittelalter war sie unter verschiedenen Namen bekannt und wurde in Anlehnung an Instrumente aus dem arabischen Kulturkreis sowie der Formen von Fidel und Laier entwickelt und gebaut.
Aufbau und Arten
Generell besteht die Gitarre aus folgenden Bauteilen: Kopf, Hals, Korpus. Zum Kopf gehören Wirbel und Sattel, zum Hals gehören Bundstab und Griffbrett und zum Korpus, der aus Holz, Metall, Kunststoff, Karbon bestehen kann, gehören Boden und Decke, das Schallloch in der Mitte der Decke und der Steg. Die Saiten sind vom Steg bis zu den Wirbeln gespannt. Seit dem 18. Jahrhundert hat die Gitarre sechs Saiten (E, A, d, g, h, e′). Die Saiten können aus Kunststoffen oder Metall, aus Seide oder Darm hergestellt und zum Teil umsponnen sein. Auf den umsponnenen Saiten erreicht man einen Tonumfang bis g‘‘.
Es gibt sowohl die akustische als auch die Elektro-Gitarre, das heißt die Arten der Gitarre gliedert man in Konzertgitarre, Westerngitarre und E-Gitarre.
Die Bassgitarre hat einen größeren Korpus und nur 4 Saiten(E, A, d, g). Weitere Gitarren sind die Schlaggitarre, die vor allem bei Jazz und der Tanzmusik benutzt wird, die Hawaii-Gitarre sowie die Elektrogitarre. Bei der E-Gitarre sind unter den Saiten Tonabnehmer. Bei den E-Gitarren gibt es die Bassgitarre als Sonderform, die über vier, seltener über fünf oder sechs Saiten verfügt, man nennt sie auch E Bassgitarre. Die E-Bassgitarre hat sich vor allem seit den 1950er Jahren in der Musikszene des Rock und Pop durchgesetzt und den Kontrabass „vertrieben“.
Elektrogitarren sind oft so gebaut, dass nur das Brett Verwendung findet, denn die darunter angebrachten Tonabnehmer verstärken den Ton.
Spieltechniken und Haltung
Beim Spielen der Gitarre unterscheidet man die Techniken nach Greif- und Anschlagshand. Spielt man mit beiden Händen, nennt man es Trapping.
Die klassische Gitarrenspielhaltung ist so, dass sich die Schlaghandseite mit der Gitarre auf dem angewinkelten Bein, dem Oberschenkel abstützt, wobei die Einbuchtung im Korpus auf dem Oberschenkel liegt. Mit einer Fußbank kann man die Beinhaltung unterstützen. Es gibt sowohl Gitarren für Links- als auch für Rechtshänder. Die Greifhand und der Ellenbogen sollten entspannt sein, und im 90 Grad Winkel so positioniert sein, dass zwischen Hand und Griffbrett Platz ist.
Die Schlaghand hingegen hängt locker über den Gitarrenbauch. Zum Zupfen der Saiten benutzt man die Finger, die man aus dem Grundgelenk heraus bewegt. Für das Zupfen der E-Gitarre z. B. verwendet man ein Plektrum, das man zwischen Daumen und Zeigefinger „klemmt“.
Die rechte Hand (bei Rechtshändern) ist die Anschlagshand, sie „führt“, das heißt sie gibt Geschwindigkeit und Rhythmus vor und schlägt die Saiten, damit die Töne entstehen können. Spieltechniken sind das Zupfen, Dämpfen, Schlagen und das Erzeugen perkussiver Effekte.
Ansprüche das Instrument Gitarre
Will man auf einer Gitarre das Spielen lernen, muss man sich vorher entscheiden, welche Gitarrenart man benutzen möchte, denn jede Gitarre hat ihre eigenen Charakter bzw. Eigenschaft und Spielfunktion.
Eine klassische Gitarre (Konzertgitarre) eignet sich vor allem das Musizieren spanischer Musik (Flamenco, Salsa). Will man Unplugged- oder Akustiksongs spielen, eignet sich dazu die Westerngitarre. Eine E-Gitarre nutzt man besonders dann, wenn Rock/Pop und Jazz auf dem Repertoire stehen.
Mit einer hochpreisigen Gitarre hat man ein gutes Klangbild und kann auch besser und angenehmer darauf spielen. Steht man noch am Anfang beim Gitarre spielen lernen, reicht es völlig aus, eine einfache Gitarre (im Preis um die 200,00 bis 300,00 Euro) in einer Musikhandlung zu erwerben oder auszuleihen. Jedoch sollte man beachten, nicht der tolle Look macht die guten und klangvollen Töne und Melodien sondern das leichte, unbeschwerte, unverkrampfte und ausdrucksvolle Spielen, das mit Freude und Enthusiasmus erfolgt.
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