Das Instrument Geige – ein Streichinstrument mit Saiten und Bogen

Die Geige (Violine) ist ein sehr altes und hoch entwickeltes Instrument – schon seit mehr als 500 Jahren musiziert man als Soli, in der Instrumentalgruppe (z.B. Geigenduett mit Klavierbegleitung) oder im Orchester damit.

Geschichte des Instrumentes

Erst seit dem Mittelalter werden in Europa gestrichene Instrumente, so auch die Geige, gespielt. Der „Urahn“ der Geige ist der Rebec (11. Jahrhundert), gefolgt von der Fidel (ca. 1240) und der Viola da Braccio (Armviola um 1520). Die erste Geige, so wie wir sie kennen, entwarf und baute der Italiener Andrea Amati (1505-1577) um 1550. Die wertvollen Geigen von Amati werden heute noch gespielt, jedoch sind die Geigen seines Schülers Antonio Stradivari (1644-1737) im Klang und der Tonqualität weitaus eleganter und voller. Auch der ital. Geigenbauer Guarneri del Gesu (1698-1744) arbeitet mit Amati und Stradivari an der Weiterentwicklung der Geige. Bis heute sind diese Geigenbauer und besonders ihre Geigen in ihrer Klangfarbe unübertroffen.

Aufbau einer Geige

Eine Geige, die etwa 60 Zentimeter lang ist, besteht aus ca. 70 Teilen, die in ihrer Symbiose die Töne erklingen lassen können. Der Resonanzkasten, auch Korpus genannt, besteht aus den Teilen: Boden, Decke mit den F-Löchern (Schalllöcher) und dem Stimmstock, der für den Klang des Instrumentes bedeutungsvoll ist. Auch das verarbeitete Holz und der aufgetragene Lack sind für den Klang der Geige von Bedeutung. Der Saitenhalter ist an der Unterzarge an einem Knopf aufgehängt. Der Steg steht zwischen den F-Löchern und überträgt die Schwingungen der Saiten auf den Korpus. Auf dem Hals, der am Korpus angebracht ist, befindet sich das Griffbrett, das im Wirbelkasten und den Wirbeln, die zum Spannen bzw. Stimmen der Saiten (g, d, a und e) benötigt werden, endet. Der Violinbogen, der mit Pferdehaaren gespannt ist, dient zum Streichen der Saiten. Der Kinnhalter oder auch die Schulterstützen polstern das Instrument ab, er dient als Distanzstück zwischen Kinn, Schulter und Geige.

Wie wird der Ton auf der Geige erzeugt?

Der Bogen streicht die Saite, die dann an den kolophoniumbehafteten Haaren des Bogens hängenbleibt, mit der Streichbewegung mitgenommen wird und plötzlich wieder in ihre ursächliche Position zurückspringt. Da sich dieser Vorgang ständig wiederholt, spricht man von den Sägezahnschwingungen. Die jeweiligen Schwingungen werden auf den Steg übertragen, der diese dann auf den Boden überträgt. Stimmstock und Bassbalken wiederum übertragen die Schwingungen auf Boden und Decke. Der Geigenkörper verstärkt den Ton, der durch die F-Löcher nach außen getragen wird und für den Zuhörer akustisch gut erkennbar bzw. hörbar ist. Das Klangbild, das der Geige zu Eigen ist, wird durch die Obertöne erzeugt.
Streicht man mit der oberen Bogenhälfte und der Spitze, erzeugt man leise Töne, die Bogenmitte lässt die Töne springen, die untere Bogenhälfte und der Frosch sind für die lauten Töne „zuständig“. Für die Erzeugung der Töne und deren Klangfarben ist es auch entscheidend, ob in der Nähe des Stegs oder des Griffbretts gestrichen wird. Durch andere Spielweisen, wie Pizzicato (zupfen mit den Fingern), Vibrato (die Finger bewegen sich auf dem Griffbrett hin und her), Col legno (streichen mit der Bogenstange) oder Flageolett (die Saiten werden nicht auf das Griffbrett gedrückt, sondern nur leicht berührt), können besondere Geräusche, wie klopfen, kratzen, flöten, heulen usw. erzeugt werden.

Fotoinhaber: niThiess – Fotolia

Ähnliche Berichte:

Tags: ,